Ich möchte....

Psalm

Im Psalm 91 heißt es:

Wen Gott behütet und wer unter den Augen
des himmlischen Vaters Obhut gefunden hat,
der sagt dann auch: Gott,
auf dich setze ich meine Hoffnung,
bei dir fühle ich mich sicher,
du bist mein Gott, und meine augen richten sich auf dich.
Wenn ich gejagt und gehtzt bin: Gott bring Rhe.

Ich kann zu mir finden, weil er zu mir gekommen ist.
Gottes Wahrheit umgibt mich wie eine schützende Schicht.
Wenn ich schlecht schlafen kann oder angst habe,
wenn ich mich abends schon fürchten vor den Spitzen von morgen,
dann richtet Gott mich auf und spricht mir gut zu.
Von ihm bekomme ich neuen Mut.

Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten,
dass sie dich auf Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Gott weiß, wie sehr ich ihn brauche;
darum begleitet er mich in schwierigen Lagen.
Er befreit mich, gibt mir Rückhalt und Anerkennung.
Gott will meinen Lebenshunger mit langem Leben erfüllen
und will mir zeigen, was wirklich Leben aus seiner Hand ist.

Gebet

Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.

In diesen Tagen. Wo alles so anders ist. So durcheinander.
Wo die Sonne lacht und wir die Freude vergessen.
Wo die Natur neues Leben hervorbringt
und wir in Ängsten sind.
Tröste uns, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Alten in den Pflegeheimen,
die wir nicht mehr besuchen dürfen wie sonst.
Und den Kranken,
die meist ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.
Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen und die Einsamkeit fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren.
Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist.
Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.
Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind.
In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo.
In den griechisch-türkischen Grenzgebieten.
Und lass dir erzählen von den vielen Menschen, dort und hier,
die helfen und nicht müde werden.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus.
Der uns umhüllt. Und Segen dazu. Der uns immun macht gegen die Panik. Sage zu unserem ängstlichen Herzen: „Beruhige dich.“

Sprich zu unserer verzagten Seele: „Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir.“
Und noch dazu und allem zum Trotz:
Gib uns die Freude wieder.
An der Sonne. An der aufbrechenden Natur.
An den Menschen, die wir lieben. An dir, du Gott des Lebens.
Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.

AMEN


Unsere Kirchen

Sonntagsgruß der ev. Katharinengemeinde

„Wenn es nicht für alle reicht, springen die Armen ein.“

 

 

Liebe Gemeinde daheim,

„Wenn es nicht für alle reicht, springen die Armen ein.“ Dieser Satz des Philosophen Ernst Bloch (1885–1977) ist jetzt über achtzig Jahre alt. Er bestätigt sich leider immer wieder. Bloch hatte ein gutes Gespür für die gesellschaftliche Wirklichkeit. Der aus einer jüdischen Familie stammende Philosoph war zweimal Emigrant – im ersten wie im zweiten Weltkrieg. Und schließlich hat er auch die DDR verlassen, nachdem man ihm dort Lehrverbot erteilt hatte. Bloch machte sich nie gemein mit dem, was man angeblich denken, glauben oder hoffen soll. Er dachte selbst. Er hoffte anders. Sein großes Werk „Das Prinzip Hoffnung“, anfangs im Exil in den USA geschrieben, beweist das.

Wenn es nicht für alle reicht … dann ist es eben nicht so, dass die Güter gerechter verteilt werden und die Oberen den Unteren etwas abgeben. Im Gegenteil. Viele Obere haben ihre Schäfchen schon im Trockenen und bestehen sogar noch auf den Bonuszahlungen der Firma, die sie vor Kurzem heruntergewirtschaftet haben. Wer da auf Einsicht und Mitgefühl hofft, kann lange warten. Bloch hofft anders. Wenn es nach ihm geht, müsste ein wenig nachgeholfen werden, damit Menschen zur Einsicht gelangen. Gerechtigkeit kommt selten oder nie aus der Mitte der Gesellschaft, weiß Bloch. Wenn es ernst wird, müssen immer nur die Armen einspringen, den Gürtel (noch) enger schnallen und auf bessere Zeiten warten. Die Reichen und Gesicherten werden leicht taub.

Weil sich viele dessen bewusst sind und nicht lange warten wollen, gibt es Misereor, Adveniat, Brot für die Welt und Hoffnung für Osteuropa. Gerechtigkeit ist eine Sache der Glaubenden, auf Gott Vertrauenden. Die teilen leichteren Herzens. Weil sie wissen: Was ich habe, ist Gnade; was ich teile, ist Gerechtigkeit.

Möge Gottes Segen Sie stärken und behüten.

Bleiben Sie robust und froh darin, Hoffnung zu teilen.

Ihre Ursula Kadelka

 

Infos aus der Gemeinde

Die Kirchenvorstandswahl ist vorbei. Wir hatten eine Wahlbeteiligung von 25%. Alle Kandidat*innen sind in den Kirchenvorstand gekommen. Wir sind sehr froh, dass wir mit 14 Menschen hier arbeiten können.

Gottesdienste

Wir haben zur Zeit weiterhin ein eingeschränktes Angebot. Es ist jeden Sonntag um 9.30 Uhr in Nieder-Gemünden Gottesdienst. Da die Hygienevorschriften immer noch gelten, wir also den Abstand von 1,50 m und die Maskenpflicht noch einhalten müssen (das gilt auch für Geimpfte und Genesene), bleibt es leider bei dieser Regelung. Ich hoffe, dass es bald anders wird. Bis dahin ist leider Geduld und Vernunft gefragt.

 

Psalm 103

Mit allen Fasern meines Lebens will ich dich loben,

Gott; denn alles, was mein Leben reich macht,

trägt deinen Namen.

Mit allen Kräften meines Lebens will ich dir danken,

dass du mich reich beschenkst.

Denn liebevoll und voller Güte nimmst du mich, wie ich bin:

mit allen meinen Nachteilen und Schwächen;

du stärkst mir den Rücken und gibst mir neues Vertrauen.

Du bewahrst mich davor,

mein Leben zu verspielen oder zu vertun;

du zeigst mir immer wieder,

wie gut ich aufgehoben bin in deiner Liebe.

Ich merke dann immer, wieviel Freude und Hoffnung in mir ist.

Ich fühle mich beflügelt.

Seit alters her wissen das die menschen von dir.

Du kommst uns entgegen mit ausgebreiteten Armen,

du wartest auf uns.

Du rechnest uns nicht vor und rechnest uns nicht auf,

was wir alles falsch gemacht haben;

du schlägst eine Brücke zu uns, obwohl wir oft weit von dir weg sind.

Du kennst die Grenzen unseres Lebens,

du weißt, wie kurz es ist.

Äußerlich sind wir wie loser Sand, der schnell verweht.

Bei dir aber sind wir für alle Zeit gut aufgehoben.

Du bist allezeit bei denen, die nach deinen Geboten leben.

Und die ganze Schöpfung soll ihr Lied auf dich singen.

Mit allen Fasern meines Lebens will ich dich loben.

Gebet:

Du Gott voller Güte, dein Sohn hat der Welt gezeigt,

dass du jedem Menschen nachgehst, der verloren scheint.

Wir danken dir für deine Treue.

Und wenden uns mit unseren Bitten zu dir:

Hilf uns dein Wort halten,

damit wir verlässlich für unsere Mitmenschen

und in unserem Reden und Handeln wahrhaftig sind.

Hilf uns, dass wir noch mehr auf uns achten und die im Blick behalten, die in Not sind.

Hilf uns, die Kinder zu achten,

damit sie ihre Fantasie und ihre Neugier aufs Leben ungehindert entfalten können.

Hilf uns, die Alten zu achten,

damit wir die Schätze der Lebenserfahrung und Weisheit heben.

Hilf uns, wieder ins Gleichgewicht zu kommen,

wo das Leben schwankt.

Hilf uns, die glücklichen Momente unseres Lebens nicht zu vergessen, damit wir von ihnen in schweren Zeiten zehren können.

Amen.